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Was ist Umweltbiotechnologie?

Bislang dominierten die nachsorgenden Technologien gerade in hochentwickelten Ländern den Umweltschutz, aber die Nachfrage nach additiven und vorsorgenden Technologien wird immer größer. Emissionsfreie Technologien sind die Zukunft. Bereits 1992 wurde auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro auf der Agenda 21 festgehalten, dass Umweltbiotechnologie langfristig einen zentralen Stellenwert bei der Bewältigung von Umweltproblemen einnehmen soll. Vor diesem Hintergrund konnte die Umweltbiotechnologie zunehmend an Bedeutung gewinnen, weil hierbei natürliche und sanfte Verfahrensweisen verwendet werden. Der Umweltschutz spielt bereits bei der Herstellung der Produkte eine zentrale Rolle. Mehr zum Thema Umweltbiotechnologie ist im Folgenden nachlesbar.

Was wird unter dem Begriff Umweltbiotechnologie verstanden?
Bei der Umweltbiotechnologie werden lebende Systeme genutzt, um mit deren Hilfe die Umwelt zu schonen sowie zu schützen und zugleich um bereits zerstörte oder sogar schwer geschädigte Ökosysteme zu regenerieren. Mit Hilfe von Umweltbiotechnologischen Verfahren lassen sich Abwasser, Abluft sowie verunreinigt Böden reinigen. Ferner leisten sie einen entscheidenden Beitrag, indem Energieeinsatz eingespart wird und auf diese Weise weniger Emission entsteht. Außerdem tragen sie etwas zum Klimaschutz bei, wenn biogene nachwachsende Rohstoffe verwendet werden.

Die einzelnen Methoden der Umweltbiotechnologie
1. Bioverfahrenstechnik:
Sie bildet die Basis dafür, um Organismen oder einzelne Teile davon großtechnisch einzusetzen und um biologische Stoffwechselleistungen sinnvoll zu verwerten. Die wirtschaftliche Nutzung ist dadurch möglich, indem vorteilhafte Lebensbedingungen für Mikroorganismen hergestellt werden.

2. Biosensoren:
Sie helfen den Zustand von Umweltmedien zu kontrollieren und Schadstoffe in Wasser, Boden und Luft aufzuspüren.

3. Biotechnologische Verfahren:
Hierzu gehören zum Beispiel die anaerobe oder die aerobe Vergärung. Diese Verfahren dienen dazu, um nachwachsender Rohstoffe zu nutzen und um Energie- und Grundstoffe zu gewinnen.

4. Biokatalyse:
Hierbei handelt es sich um die Möglichkeit, auf sanfte Produktionsverfahren umzusteigen.

Weitere Einsatzgebiete der Umweltbiotechnologie
Mit Hilfe der Umweltbiotechnologie kann beispielsweise die Zusammensetzung von Bakterienstämmen in einer Kläranlage oder im Deponiesickerwasser untersucht werden. Auf diese Weise lässt sich feststellen, wie Bakterien effektiver eingesetzt werden können, zum Beispiel um die Leistungsfähigkeit von Kläranlagen zu verbessern oder um neuartige Verfahren für die Abfallentsorgung zu finden.
Ein anderes Einsatzgebiet ist die Herstellung der Biotenside für Seifen oder Waschmittel. Wenn hierbei beispielsweise Enzyme aus extremophilen Mikroorganismen verwendet werden, kann der Energieverbrauch bei Waschmaschinen gesenkt werden, weil diese Mikroorganismen bei sehr niedrigen Temperaturen aktiv sind. Darüber hinaus tragen die veränderten Produktionsverfahren auch dazu bei, dass Unternehmen Kosten einsparen können. Etablierte biotechnologische Verfahren arbeiten in vielen Bereichen wesentlich kostengünstiger im Vergleich zu Verfahren auf der Grundlage anorganischer Katalysatoren.