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Einführung in die Paläontologie

Die Paläontologie ist eine Wissenschaft, die den Versuch unternimmt, die Entwicklung des Lebens auf der Erde zu rekonstruieren. Sie untersucht anhand von Fossilien aus Sedimentgesteinen ehemalige ökologische Verhältnisse in Flora und Fauna. Daraus zieht sie Rückschlüsse über die Verteilung von Land und Meer, die Lage der Kontinente sowie vorherrschende klimatische Bedingungen in der Vergangenheit.

Die Evolutionsgeschichte

Strategien von Lebewesen, sich an die anhaltenden Veränderungen in ihrer Umwelt anzupassen und neue Lebensräume einzunehmen, ist ebenso Bestandteil der Paläontologie wie die Erforschung vom Aussterben bestimmter Spezies. Paläontologie ist die Biologie vergangener Zeiten und wird als Schlüssel zum Buch des Lebens bezeichnet. Sie versteht sich als Bindeglied verschiedenster naturwissenschaftlicher Gebiete:

– Archäologie
– Klimatologie
– Geologie/Sedimentologie
– Anthropologie
– Chemie und Biologie

Flora und Fauna

Die Paläontologie gliedert sich in zwei Teilgebiete. Zum einen der Paläobotanik, das ist die Untersuchung der Pflanzenwelt, zum anderen in die Paläozoologie, der Erforschung des Tierreiches. Hauptaugenmerk wird auf die letzten 2,6 Millionen Jahre der Erdgeschichte gelegt, die Umwelt- und Klimabedingungen des Quartärs. Daneben sind natürlich auch länger zurückliegende Erdzeitalter Beschäftigungsfeld des Paläontologen wie beispielsweise die Kreidezeit oder das Devon vor etwa 400 Millionen Jahren. Paläontologen arbeiten heute in den verschiedensten beruflichen Themengebieten. Unter anderem in:

– Forschung und Lehre
– Klimaforschung
– als Kuratoren in Museen oder Landesämtern
– Erschließung von Erdöllagerstätten
– Umweltschutz
– Werkstoffkunde

Methoden

Meist geht einer paläontologischen Grabung eine gezielte Suche nach Fossilien durch eine geologische Kartierung der voraussichtlich fossilführenden Erdschichten voraus. Schicht für Schicht wird abgetragen, von der aufliegenden jüngsten Schicht angefangen. Funde werden nummeriert, katalogisiert und für die spätere Präparation vorbereitet. Im Labor erfolgt nun die systematische Einordnung.

Nach wie vor bilden Ausgrabungen und praktische Arbeiten im Gelände die wesentliche Grundlage der Forschung. Die moderne Paläontologie beschränkt sich nicht mehr nur auf umfangreiche Kenntnisse über Anatomie und Skelettmorphologie, sondern integriert zudem analytische Methoden und angewandte Aspekte wie die Kohlenstoffisotopenbestimmung zur Alterseinschätzung oder der Analyse der Konzentration von Spurenelementen in biologischen Geweben.

Zusammensetzen von Puzzlestücken

Aus den Fossilfunden können unter Umständen Verbindungen zu bekannten Spezies gezogen und das ursprüngliche Skelett oder die Pflanze rekonstruiert werden. Ernährung, Wachstums- oder Fortpflanzungsbedingungen – teilweise kommt das gesamte Lebensbild durch die Interpretation der Funde zutage. In einigen Fällen ist sogar die Todesursache des Tieres nachvollziehbar.